DISTRESSED TO MARROW aus Karlsruhe wurden Ende 2008 von den beiden Gitarristen Thorsten Ditschinger (Ex-Words Of Noise, Painful) und Torsten Staude (Ex-Targost, Draw Down, Painful) gegründet. Seit diesem Zeitpunkt hat man mit „Cause of Decline“ (2010), „Aeternitas“ (2012) un „Release Of Insanity“ (2013) ganz beachtliche Scheibchen im Fährwasser des melodischen Doom/Death parat. Für die neue Scheibe, mit dem Titel „Half A Spine“ hat man mit Antonio Robinia einen neuen Sänger/Bassisten an Bord. Vorneweg muss man gleich sagen, dass dieser Erwerb durchaus ein guter Griff war. Nicht dass sein Vorgänger jetzt schlecht gewesen wäre, nein dies nicht, aber der neue Fronter hat ein deutlich passenderes, stimmigeres Growling parat.

Stilistisch zeigt man auch auf dem neuen Album einen sehr guten Mischmasch in Sachen Death Metal. Wesentlich verspielter, zumindest kommt es mir vor. Sicherlich war man noch nie von einer schnöden Doom/Death Breitseite gesegnet. Dennoch im Gegensatz zu den Vorgängereisen zeigt sich die Truppe aus Karlsruhe einfach breit gefächerter. Das Aufgreifen der stilistischen Attitüden des Death in all seinen Facetten und eben der Beimischung satter, sehr lang gezogener Melodic Einschlägen erinnert man mich doch irgendwie an eine neuere Form von Amorphis zu „The Karelian Isthmus“ bzw. „Tales from the Thousand Lakes“ Zeiten. Bedeutet aber auch nicht dass die deutschen Vertreter hier den Finnen nacheiern.

Eher im Gegenteil, das Quartett zeigt viel Eigenständigkeit und das macht sich quer über den Output mehr als nur bemerkbar. Gut gesetzte Stimmungsmacher der runter ziehenden Art werden immer wieder genutzt, um deutlich preschender hervor zu preschen. Daraus resultiert ein tolles Wechselspiel, welches sicherlich etwas Old School lastiger ausgefallen ist, man aber andererseits nicht komplett in diesem Bereich agiert. Gute Beimischungen von frischen Einlagen lassen das Material so einfach etwas peppiger klingen.

Fakt ist, man agiert in einem Bereich wo es wahrlich schwer ist Neuerungen zu bieten, die Hürde wurde aber meines Erachtens von den Jungs sehr gut genommen und der Doom/Deather darf sich an einem durchaus guten Album laben, welches sehr erquickt klingt und dennoch mit alten Traditionen guten Spirit in die heutige Zeit inne hat.

Fazit: Sehr tolles Machwerk und alle Räder gehen Handübergreifend ineinander. Kein lauwarmes aufwärmen alter Doom/Death Attitüden, sondern eine frische Scheiblette, die aufgrund ihrer gut vermischten Variation gekonnt ihren Angriff auf die Trommelfelle startet.

http://www.metalunderground.at/cd-berichte/distressed-to-marrow-half-a-spine

 

 DISTRESSED TO MARROW  - “ HALF A SPINE”

 

Seit dem letzten Lebenszeichen der Karlsruher Truppe sind nun ganze satte 3 Jahre vergangen ,in denen man wohl aber erst einmal wieder zusehen musste ,sein Line –up zu komplettieren .Bereits mit deren ersten full lenght „Release of Insanity“ 2013 ( damals war man noch zu Fünft ) ,heimsten die einen ganzen Haufen an verdammt guter Reviews ein .Ob man seine musikalische Qualität beibehalten hat oder vielleicht sogar noch steigern konnte ,wird sich bei den neuen 6 Songs hoffentlich zeigen .Auffällig hierbei ist schon mal ,dass sämtliche Songs fast schon ne Überlange haben und zwischen ner Spielzeit von 8 min . bis 11 min . liegen .So etwas findet man ja heutzutage doch eher etwas seltener vor .

 

Im direkten Vergleich zum 2013’ner Debüt ,ist man seinem Stil ,dem Doom-/ Melodic Death Metal doch recht  treu geblieben .Eher in sehr düsteren Regionen angesiedelt ,hat man sich hierbei dennoch um weiter entwickelt ,wobei aber insbesondere recht deutlich wird ,das der Anteil an  eher  derben vernichtenden Salven doch merklich abgenommen hat .Nur ganz gelegentlich wird mal etwas stärker auf das Gaspedal getreten .Vielmehr widmet man sich hier  vornehmlich dem geschwindigkeitsmäßig eher etwas schleppenderen Tempo ,wobei das Augenmerk auch recht stark auf melodiöse Einschübe gerichtet ist .

 

Vollgepackt mit einiges an Tempowechsel ,welche durchaus wirklich gute Ideen beinhalten , sind es insbesondere ne Vielzahl an gelungenen Gitarrenriffs ,welche hier hervorstechen können .Die Gitarren sind hierbei eher etwas tiefer gestimmt und bieten neben so einigen an wirklich derben Riffs ,vor allem aber sehr ruhiges ,teils vielleicht sogar schon fast schon   melancholisch wirkendes Gitarrenspiel .Obwohl hier nun ohne Frage der doomige Faktor hervorsticht und richtig fette Parts eher etwas rarer gesät sind ,gestalten sich die einzelnen Stücke dennoch - gerade was den Rhythmus betrifft - recht vielseitig und vor allem interessant .Da gibt’s auch nach mehrmaligem Durchlauf immer wieder mal was Neues zu entdecken ,was einem beim allerersten Durchlauf völlig entgangen ist .

 

Was hier in knapp 58 min . geboten wird ,klingt nun zwar nicht so ultra neu oder völlig abgefahren ,sorgt aber dennoch für nen äußerst positives Erscheinungsbild . Insgesamt gesehen hätte es zwar den Songs vielleicht noch nen bissel besser getan ,wenn man gerade den Anteil an derberen Death Metal Anteilen verstärkter eingesetzt hätte . Aber das ist sicherlich ohne Frage alles reine Ansichtssache . Dennoch ein gelungenes Album ,auf welches es sich gelohnt hat ,so lange zu warten .

 

 

http://www.fatal-underground.de/aktuellereviews.htm

 

 

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Die Baden-Württemberger Truppe DISTRESSED TO MARROW wurde 2008 gegründet und laut Angaben aus dem Netz wurde Melodic Death Metal als erster Einstieg gewählt. Diesen hat man sicherlich noch drauf, doch nach all den Jahren hat man sich wohl zu einer Erweiterung des Sounds entschieden. Teilweise etwas nordischer, wie auch streckenweise doomiger und düsterer veranschlagt. Eine für mich durchaus gute Vermischung des Sounds und das macht auch das Hören des Materials deutlich interessanter als eine neue Auflage des Melodic Death Metal. Keine Frage gibt es immer noch Combos die es verstehen frischen Wind ins Genre zu bringen, doch die Unterwanderung mit den Elementen in diesem Fall klingt deutlich raffinierter. Ideen wurden über all die Jahre gesammelt und auch an einer reichhaltigen Umsetzung mangelt es zu keinem Zeitpunkt. Dem lockeren Melodeath Hörer wird dies zwar etwas verwirren, doch wer hier eben eine breitere Facette zum Hören braucht, liegt bei der deutschen Truppe an der richtigen Stelle. Mit vielen punsh und crunsh Techniken wird hier die Keule geschwungen und man schreckt auch vor blitzschnellen Hechttaktiken nicht zurück. Diese sind aber sehr gut und gut angelehnt eingesetzt worden, sodass man sich nicht von einer zu ruppigen Breitseite gibt. Man kleckert nicht sondern man klotzt und dadurch ist eine druckvolle, sehr enorme Soundwand entstanden. Die Seitenhiebe, welch auch oftmals im brutaleren Bereich mündet ist eine sehr wohlwollend aufzunehmende Ergänzung, welche den Sound der Truppe umso interessanter erscheinen lässt. Man macht hier keine Gefangenen bietet viel Unterhaltung auf einem sehr hohen Niveau. Die nordische, bereits von mir erwähnte Breitseite schließt den Kreis und somit bekommt man als Freund des Death Metal hier eine breite Facette geboten die auf für einen längeren Zeitpunkt zu unterhalten weiß. Fazit: Sehr gut durchmischter, erfrischender Death Metal, welcher in keiner Sammlung fehlen sollte. Die Jungs haben es drauf hier eine Erweiterung im Death Metal zu bieten und man somit eine Konkurrenz bietet, an welche man nur sehr schwer ran kommt.






 

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Ein bissel nachdenklich stimmt es einen schon, wenn eine Band seit immerhin gut 6 Jahre am rumwerkeln ist, bereits auf ein paar Veröffentlichungen zurück blicken kann, und man findet im world wide web keinerlei großartige Informationen darüber. Hat man nicht großartig Promotion gemacht, ist die Mucke Scheiße oder will man vielleicht wirklich tief im Underground bleiben? Fragen über Fragen, für die zumindest ich, erst einmal überhaupt keine Antwort finden kann. Denn was die 5 Burschen musikalisch von sich geben, ist wahrlich alles andere als schlecht und kann sich verdammt nochmal wirklich sehen lassen. Im ersten Moment des Ancheckens würde man hierbei niemals vermuten, dass die Jungs sich der doch etwas härteren Schiene verschrieben haben, denn weder das Bandlogo noch die Covergestaltung deuten da auch nur ein kleines bisschen drauf hin. Also heißt es, sich die knapp 60 min (7 verdammt lang geratene Songs) erst einmal vollständig zu Gemüte führen, um zu entdecken, welcher musikalischen Gattung hier nun gefrönt wird. Und lange dauerst dann auch nicht, bis man recht deutlich erkennt, dass man hier den Weg des melodischen Death Metals geht, welcher aber noch so einiges an anderweitigen Einflüssen vorzuweisen hat. Und so geht’s dann auch gleich mit nen richtig paar echt gelungenen Gitarrenriffs los, wobei man sich aber geschwindigkeitsmäßig hier erst einmal etwas zurückhält, und sich der melodischen Spielweise hingibt. Dann geht’s aber nach knapp der Hälfte des überlangen fast 11 minütigen Eröffnungsstücks so richtig fett zur Sache, und man greift enorm energiegeladen in die Saiten, wobei hier auch der Bass und das Schlagwerk so richtig permanent hämmern. Allerdings hält dieser enorme Energieschub nicht allzu lange an und man zieht auch schon wieder die Reißleine und lässt es musikalisch immer wieder eher melodiöser weiterlaufen, wobei man stellenweise sich auch schon fast von einer eher doomigen Seite präsentiert. Im Laufe der gesamten Spielzeit entdeckt man aber noch einiges mehr an verdammt interessanten Passagen, welche wirklich geschickt in das musikalische Grundkonzept der Death/Doom Paarung eingeflochten werden. So tauchen vereinzelt auch mal ein paar eher etwas merkwürdig anmutende kurze Gitarrenspielereien auf, welche völlig aus dem sonst so energiegeladenen Konzept herausstechen, den Stücken aber in dieser Form nen gewissen Widererkennungswert verleihen. Teilweise, gerade dann, wenn man sich intensiver mit den Gitarren beschäftigt, lässt man sicherlich auch so ein leichtes progressives Ambiente durchblicken. Obwohl man hier auf die Gitarrenarbeit sicherlich ein mehr als starkes Augenmerk gelegt hat, und man auch immer mal wieder ein paar leichte Solipassagen mit einbindet, wirken die Titel, trotz der Überlange niemals langgestreckt oder überladen. Alles läuft hier verdammt flüssig vom Stapel und es gibt mehr als genug Momente, welche einem erneut die Ohren spitzen lassen werden und können. Obwohl nun „Release Of Insanity“ kaum mal in totale Gewaltexzesse ausbricht und man eher erstaunt sein dürfte, mit welcher rhythmischen Vielfalt man bei dieser Scheibe arbeitet, bringt das Teil ´ne ungemein fette Portion an Kraft und Energie rüber, welche nicht ohne weiteres an einem vorbeiziehen wird. Im Gesangsbereich zeigt man sich hierbei zwar nicht wirklich vielseitig, sondern beschränkt sich eher auf einen kräftigen, dunkleren tiefen Ausdruck, welcher teilweise fast schon in den Sprechbereich gehend anmutet. Dennoch bleibt abschließend nur noch zu sagen - Ein verdammt fettes Album, welches es mehr als verdient hätte, das ihr dem eure Beachtung schenkt. Ohne Frage, die Band hat ein enormes Potential, welches halt bloß noch von einem Label entdeckt werden muss. Klasse Scheibe, welche für 10 Euro (inkl. Porto EU) bei euch in den Briefkästen landen sollte.






 

www.obliveon.de

 

Die aus Karlsruhe stammende und seit nunmehr sechs Jahren existierende Band DISTRESSED TO MARROW veröffentlicht nach einem Demo und einer EP nun ihr Longplayer-Debüt. Das Quintett zockt technischen Death Metal, der aber auch einige Ausflüge in Richtung Doom-Death veranstaltet. Handwerklich verstehen die Jungs ihr Handwerk, allerdings präsentieren sie dies nach meinem Dafürhalten etwas zu oft, sprich der eigentliche Fluss der Songs geht des Öfteren verloren, da einfach zu viele Ideen und Tempowechsel in den jeweiligen Songs verpackt werden. Am besten gefällt mir bei den größtenteils überlangen Nummern der Groove-orientierte, relativ straight gehaltene Track „Furious“, der mit einem gelungenen Speed-Part aufgelockert wird. Schlecht ist der Rest allerdings auch nicht, es fehlen halt nur ein paar Hooks, die sich ins Langzeitgedächtnis fräsen. Fans der genannten Art sollten die Jungs einfach mal testen.






 

www.powermetal.de

 

Fette Riffs, ultratief und richtig langsam gespielt. Klar, es muss sich um Doom Death Metal handeln, den DISTRESSED TO MARROW zockt. Der Karlsruher Fünfer hat mit "Release Of Insanity" nun auch schon das dritte Release vorzuweisen. Nach „Cause Of Decline“ (2010) und der Mini „Aeternitas“ im Folgejahr, haben die Jungs anno 2013 ihr Material Michael Hahn von den Rosenquarz-Studios anvertraut, der die Scheibe gemixt und gemastert hat. Ich mache es kurz: Er versteht etwas vom Mischen, denn die Charakteristik der Scheibe ist düster und durchaus mit alten PARADISE LOST zu vergleichen. Zwar nicht musikalisch, aber von der Grundstimmung her doch sehr ähnlich. Vor allem die Melodielinien der Leadgitarre sind echt gelungen. Wo kann man nun den Sound der Jungs verorten? Ein bisschen TIAMAT, sicherlich auch ein klein wenig alte THERION, hier und da ist auch noch ein kleiner Einschlag früher SENTENCED zu merken. DISTRESSED TO MARROW macht einfach einen Sound irgendwo zwischen Doom und Death Metal. Eigentlich macht die Band das auch ganz gut, denn die Riffs von 'Massive' aber auch von 'Hellride', dem Opener in Überlänge, sind wirklich fett. Das alleine reicht aber nicht für ein gutes Album, denn auf Dauer wird die Scheibe schnell langweilig. Monotonie stellt sich relativ bald ein, weil die Tracks sich einfach zu ähnlich sind. Auf langsam folgt schnell und umgekehrt. Für Freunde der frühen 90er ist die Scheibe aber sicherlich ein Streiflicht am Horizont der verblassten Jugendzeit.






 

www.metalglory.de

 

Die Karlsruher mit dem leicht sperrigen Namen DISTRESSED TO MARROW gibt es schon seit Ende 2008, und nach ihrem ersten Demo „Cause Of Decline“ und einer weiteren EP („Aeternitas“) haben sie bereits Ende letzten Jahres ihr neues Album „Release Of Insanity“ in Eigenregie auf die Welt losgelassen. Und ich wirklich positiv überrascht, wie gelungen das Teil klingt. Sie spielen einen Mix aus rumpeligem Old School Deathmetal mit viel melodischen und auch Doom-Anteilen. Es geht schön hin und her zwischen schleppenden Passagen und solchen, wo mehr geknüppelt wird – ohne dabei zur völligen Abrissbirne zu werden. Sie verstehen sich auf Melodien und tolle Leads, die mächtig Stimmung transportieren und immer mal wieder an frühe PARADISE LOST oder auch alte ANATHEMA erinnern. Auch Groove- und Moshparts sowie vertrackte Rhythmen und Wechsel kommen nicht zu kurz. Kurzum, die Songs stecken voll guter Ideen und cooler Passagen, daß es eine wahre Freude ist. Sie einzeln auseinanderzunehmen würde hier einfach den Rahmen sprengen. Nun ja, vieles klingt noch etwas roh eingezimmert, die Vocals sind ein bißchen monoton und das Songwriting könnte auch noch den ein oder anderen Feinschliff erhalten, damit die Songs jeweils einprägsamer werden. Kurzum, der Rohdiamant könnte hier und da noch etwas „reifen“. Aber eine der Hauptsachen ist nunmal auch, dass einfach das richtige Feeling rüberkommt. Und das stimmt hier zu 100%, so dass dieses Album schon richtig viel Spaß macht. Dieser Stoff wird unter Genreliebhabern sicher seine Abnehmer finden, und ich hoffe dass wir bald wieder von DISTRESSED TO MARROW - sie sind übrigens noch auf Labelsuche - hören! Fazit: „Release Of Insanity“ überzeugt mit ideenreichem melodischen Old School Death-Doom Metal, frei von Langeweile und voller Herzblut und Potential. Definitiv eine Entdeckung wert. Reinhören! 






 

www.hateful-metal.de

 

Es gibt Gruppen die im Grunde alles richtig machen und dennoch Schwierigkeiten haben eine Plattenfirma zu finden. Zu dieser glücklosen Gattung sind bisher auch DISTRESSED TO MARROW aus Karlsruhe zu zählen. 2008 startete man zunächst als Duo, doch wuchs man zu einem Fünfer heran der mit „Relase Of Insanity“ kürzlich die dritte Scheibe veröffentlichte. Musikalisch verlotet man sich selbst zwischen Old School Death Metal und melodischem Doom. Es hat nicht lange gebraucht bis ich wusste dass mir „Release Of Insanity“ gefallen würde. Mit „Hellride“ haben DISTRESSED TO MARROW einen starken und eindringlichen Titel an den Anfang ihrer CD gestellt. Die ersten Sekunden sind vom Rhythmus her schleppend und zäh, während das langsam lauter werdende Gitarrenspiel melancholisch und hypnotisch ist und mich an ältere Sachen von MY DYING BRIDE und PARADISE LOST erinnert. Nach knapp drei Minuten ändert sich das Antlitz schlagartig und schneller Death Metal bricht los. Exakt hier haben mich die Fünf zum Gefangenen gemacht. Dieser schnelle Part dauert zwar nicht lange, doch die Stimmung und die Atmosphäre die erzeugt wurde, sind authentisch und vereinnahmend und DISTRESSED TO MARROW sprechen mich auch ihres Klanges wegen an. Obwohl die Aufnahmen im Rosenquarz Studio veredelt wurden, klingt „Release Of Insanity“ alles andere als glatt und überproduziert. Mich erinnert der Klang ein wenig an einen Proberaum, was ich großartig finde, da es für mich immer auch natürlich und authentisch klingt. Authentizität und Natürlichkeit lassen sich aber auch auf die Musik übertragen. Die Lieder bewegen sich zwischen sechs und zwölf Minuten wobei langsame Doom Passagen federführend sind. Der Death Metal ist allerdings allgegenwärtig, er äußert sich in speziellen Riffs, Gesängen oder Temposchüben. Trotzdem ist „Release Of Insanity“ eine melancholische Angelegenheit. Es sind viele düstere Riffs und schwermütige atmosphärische Parts zu hören. Allerdings trägt man diese Traurigkeit nicht zu dick oder plakativ auf, sondern verpackt sie in einer latenten Allgegenwärtigkeit, die mit stets wiederkehrenden Death-Metal-Ausbrüchen kokettiert. Es gibt viele Bands an die ich beim Hören von „Release Of Insanity“ denken muss. Die Einflüsse sind zahlreich, es lässt sich vieles raushören, doch am meisten verwundert und begeistert mich der zeitlose Anstrich. Sowohl der Klang als auch die Atmosphäre erinnern mich an alte Zeiten, wirken auf mich irgendwie nostalgisch, so, als wäre die Scheibe bereits 1998 oder 2004 und nicht 2013 erschienen. „Release Of Insanity“ ist ein tolles Album, welches mich vor allem seiner Atmosphäre und klanglichen Ästhetik her anspricht. Es ist sicherlich nicht perfekt, doch genau das mag ich an solchen Veröffentlichungen. DISTRESSED TO MARROW spielen vielseitigen Death / Doom Metal der düstere Melodien mit viel Schwermut und einer gewissen Ruppigkeit verbindet. Ich hoffe es wird DISTRESSED TO MARROW nicht so ergehen wie FALLEN YGGDRASRIL aus Tübingen, die in der Presse und Konzerten abgefeiert wurden, jedoch nie den Durchbruch schafften und sich 2011, fünf Jahre nach der letzten Demo, auflösten. Potenzial für ein anderes, besseres und vielversprechendes Schicksal haben DISTRESSED TO MARROW!






 

German Underground Crosssection (G.U.C. No.30)

 

Wenn eine Scheibe dieser Ausgabe den Spirit der frühen 1990er atmet, ohne dabei angestaubt zu wirken, dann ist es mit Sicherheit „Release Of Insanity“, die dritte Veröffentlichung der Karlsruher DISTRESSED TO MARROW. Nach einem Demo und der „Aeternitas“-EP von 2011 liegt nun das in Eigenarbeit veröffentlichte Debüt-Album vor. Das Quintett zelebriert eine knappe Stunde lang eine gelungene Mischung aus Doom und Death Metal. Das klingt nicht neu, DISTRESSED TO MARROW verstehen es aber, die sieben Songs - keiner unter sechs Minuten - abwechslungsreich zu arrangieren. Doom und flottere Death-Elemente halten sich geschickt die Waage, verkommen nicht zum Selbstzweck und ergänzen einander geschickt. Die stärksten Momente haben trotzdem die Parts, in denen die Jungs auf die Bremse treten und mit wunderschön einprägsamen Gitarrenmelodien zum Schwelgen und Verweilen einladen. Hört euch den Anfang des 10-minütigen Eröffnungsstampfers „Hellride“, das letzte Drittel des auf beiliegender Compilation vertretenen „Revelation Of Insanity“ oder die großartige zweite Hälfte von „Crossing Horizons“ an. Zudem gibt es ein stimmiges Soundgewand, für dessen Mix und Mastering sich Michael Hahn vom Rosenquarzstudio in Lübeck (unter anderem Atlantean Kodex oder Pagan Altar) verantwortlich zeigte. Der etwas spezielle, an alte Celestial Season erinnernde Grunz-Gesang benötigt etwas Zeit, um überzeugen zu können. Dafür wirkt er aber ziemlich natürlich und unbearbeitet und das kann durchaus auch gefallen.






 

Rock Hard (No.325)

 

Der zehnminütige Opener „Hellride“ macht umgehend klar, wohin die Reise geht. Nicht unmelodiöser deathmetallischer Doom, immer wieder von Tempoverschärfungen bis hin zu Blastbeats aufgelockert, mit eingängigen Leads angereichert, durchgehend energisch und mit unüberhörbarem Herzblut vorgetragen. „Release Of Insanity“ wandert beeindruckend auf einem Grat zwischen morbider Feierlichkeit und fettem Arschtritt und entwickelt dadurch echten Wiedererkennungswert. Sehr cool ist die erdige, authentische Produktion, der man nie und nimmer anhört, dass sie vor dem professionellen Abmischen im Proberaum entstand. Checkt die Bande!





 






 

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