DISTRESSED TO MARROW aus Karlsruhe wurden Ende 2008 von den beiden Gitarristen Thorsten Ditschinger (Ex-Words Of Noise, Painful) und Torsten Staude (Ex-Targost, Draw Down, Painful) gegründet. Da die musikalischen Interessen und Vorlieben der beiden in derselben Ecke angesiedelt sind, war von Beginn an klar, in welche Richtung die Band gehen sollte: melodiöser Doom/Death Metal. Nachdem endlich ein akzeptabler Proberaum gefunden wurde, konnte man kurz darauf mit Norman Achenbach (Ex-Nicoffeine) einen fähigen Schlagzeuger verpflichten, der neben viel Ehrgeiz auch neuen Schwung in das Bandprojekt brachte. In kürzester Zeit wurden alte Songideen und Melodien überarbeitet und mit neuen Riffs gepaart, so dass innerhalb weniger Wochen ein Großteil der Songs zur Debüt-CD entstanden.

 

Die Suche nach den beiden noch fehlenden Bandmitgliedern gestaltete sich derweil schwieriger als angenommen und geplant. Erst im November 2009 fand man mit Yoan Betzy am Bass und Frontmann Daniel Wagner (Ex-Fertilizer, Aposiopese, Buffer) endlich die geeigneten Mitspieler, so dass nach langer und fast schon zermürbender Suche das Line-up komplettiert werden konnte. Kurz darauf machte sich das Quintett im eigenen Proberaum an die Aufnahmen zur Demo-CD „Cause Of Decline“, die im Juli 2010 weitestgehend ohne fremde Hilfe fertig gestellt wurde. Anschließend folgte eine Reihe von Konzerten, bei denen man das Material endlich einer breiten Masse vorstellen und auch zahlreiche Tonträger verkaufen konnte. Parallel zu den Recordings zum Demo entstanden in gemeinsamer musischer wie auch musikalischer Zusammenarbeit eine Vielzahl an neuen Tracks, die im Gegensatz zu den teilweise betagten Songs des Debüts um einiges härter und auch komplexer ausfielen. Wieder nahm man im eigenen Proberaum einen Teil der neu entstandenen Songs auf und veröffentlichte im Mai 2011, erneut in Eigenregie, die MCD „Aeternitas“.

 

Die Resonanz auf das Material war durchweg positiv, einzig der Sound war der Kritik der Rezensenten ausgesetzt. Aus diesem Grund entschied man sich, bei der nächsten Veröffentlichung den Mix in externe Hände zu geben. Die Aufnahmen zu „Release Of Insanity“ begannen schon im Dezember 2012. Erneut wurde das komplette Material im aufgerüsteten Proberaum aufgenommen. Währenddessen machte man sich auf die Suche nach einem geeigneten Studio für das Mischen und Mastern. Mit Michael Hahn vom Rosenquarz-Studio in Lübeck hatte man schließlich den geeigneten Mann hinter den Reglern gefunden. Mit seinem Sachverstand und als eine feste Größe in der Szene wusste er, wie Death Metal heutzutage klingen soll und hat dies mit viel Liebe zum Detail in die Tat umgesetzt. Da man sich insgesamt viel Zeit ließ, neben der Lockerheit aber auch nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlor, erschien „Release Of Insanity“ schließlich erst Ende 2013. Die wirklich starken wie auch genretypisch überlangen und im Rosenquarz-Studio veredelten Songs stießen bei den zahlreichen Reviews durchweg auf positive Kritik. Doch anstatt die neue Scheibe bei Liveauftritten dem Publikum vorzustellen und an den Fan zu bringen, verließen erst Daniel Wagner und Yoan Betzy die Band, später auch Thorsten Ditschinger und Norman Achenbach. Die Gründe hierfür waren vielschichtig, niemals aber lag das Aussteigen der einzelnen Mitgliedern an der musikalischen Ausrichtung der Band.

 

Derweil entschied Torsten Staude die Band nicht sterben zu lassen und machte sich an das Fertigstellen bereits begonnener Tracks, dem Schreiben neuer Songs und vor allem auch auf die Suche nach neuen Mitstreitern. Da sich diese erneut als sehr langwierig erwies, nahm Torsten zwischenzeitlich sämtliche Gitarrenparts für das kommende Album im Alleingang auf und konnte Yoan Betzy dafür begeistern, eben noch schnell die Bassparts einzuspielen, bevor es ihn beruflich nach Brasilien verschlug. Schließlich konnte mit Antonio Robinia (Ex-UxLxCxM) ein neuer Sänger und Bassist gefunden werden, der als erste Amtshandlung die Texte und den Gesang zu dem neuen Material beisteuerte. Kurz darauf kehrten Thorsten Ditschinger und Norman Achenbach zu DISTRESSED TO MARROW zurück, so daß das Line-up wieder vollständig war.

 

Nachdem Norman innerhalb kürzester Zeit das Schlagzeug für die neuen Tracks aufgenommen hatte, begann man im eigenen Homestudio mit dem Mischen und Mastern des Materials. Neben viel neuem Equipment wurde hierfür vor allem aber auch sehr viel Zeit investiert, so daß „Half A Spine“ erst im März 2016 fertiggestellt werden konnte. Obwohl sich die sechs überlangen Songs im Vergleich zum Vorgänger noch mehr im doomigen Death Metal suhlen, erhalten sie allein durch die fiesen Growls von Antonio Robinia eine gehörige Portion Brutalität.

Mit frischem Elan des Neuzugangs an Bass und Mikrofon und wieder erwachten Enthusiasmus der Zurückgekehrten wird derzeit an einem neuen Album gewerkelt, daß bereits 2017 erscheinen soll. Die Zeichen stehen also auf Sturm und sicherlich wären DISTRESSED TO MARROW mehr als begeistert, wenn sich ein Label oder ein Vertrieb finden ließe, die die Jungs in ihrem Schaffen unterstützen würden.

 

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